Eigenfett-Transfer (Lipofilling / Autologe Fettgewebstransplantation)
Kurz zusammengefasst
Lipofilling – wissenschaftlich als autologe Fettgewebstransplantation bezeichnet – ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem körpereigenes Fettgewebe entnommen, aufbereitet und an einer anderen Körperstelle injiziert wird, um Volumen aufzubauen oder Konturen zu verbessern. Im Kontext der Intimchirurgie ist es die bevorzugte Methode zur Penisverdickung und wird häufig ergänzend zur Ligamentotomie eingesetzt. Der entscheidende Vorteil: Da ausschließlich körpereigenes Material verwendet wird, ist das Risiko von Abstoßungsreaktionen oder Allergien minimal, und das Ergebnis fühlt sich natürlich an.
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Begrifflichkeiten
Die Bezeichnungen Lipofilling, Eigenfett-Injektion und autologe Fettgewebstransplantation beschreiben dasselbe Verfahren. Lipofilling – zusammengesetzt aus dem griechischen Lipos (Fett) und dem englischen Filling (Auffüllen) – ist der in der Patientenkommunikation gebräuchlichste Begriff; autologe Fettgewebstransplantation ist der wissenschaftlich präzisere Ausdruck und findet sich entsprechend in der medizinischen Fachliteratur. Autolog bedeutet dabei „vom eigenen Körper stammend" – ein Merkmal, das das Verfahren grundlegend von Fremdmaterialien wie Hyaluronsäure-Fillern oder synthetischen Implantaten unterscheidet.
Ablauf des Eingriffs
Das Verfahren gliedert sich in drei Schritte. Zunächst wird Fettgewebe per Liposuktion aus einer geeigneten Entnahmeregion – typischerweise Bauch, Hüften oder Oberschenkel – mit einer dünnen Kanüle und schonender Saugtechnik entnommen. Anschließend wird das entnommene Fett aufbereitet: Blut, freies Öl, Gewebeflüssigkeit und beschädigte Zellen werden entfernt, sodass ein möglichst reines Konzentrat vitaler Fettzellen verbleibt. Im dritten Schritt werden die aufbereiteten Fettzellen mit feinen Kanülen in kleinen Portionen gleichmäßig in die Zielregion eingebracht, wo sie einwachsen und mit dem vorhandenen Gewebe vernetzen.
Die gleichmäßige Verteilung des Fettes erfordert technische Präzision: Werden zu große Mengen auf einmal injiziert, drohen Nekrosen einzelner Fettzellen, die das Endergebnis durch Unregelmäßigkeiten oder Verhärtungen beeinträchtigen können.
Anwendung in der Intimchirurgie
Im Bereich der männlichen Intimchirurgie wird Lipofilling primär zur Penisverdickung eingesetzt: Das Eigenfett wird subkutan – also unter die Penishaut – eingebracht und vergrößert so den Umfang des Penisschafts sichtbar und tastbar. In unserem Zentrum ist Lipofilling die Methode der Wahl für die Umfangsvermehrung, da wir Hyaluronsäure-Filler aufgrund des dokumentierten Risikoprofils – insbesondere hinsichtlich Migration, Granulombildung und langfristiger Gewebereaktionen – für diese Indikation nicht einsetzen.
Häufig wird das Lipofilling mit einer Ligamentotomie kombiniert: Während die Ligamentotomie die sichtbare Länge des Penis erhöht, ergänzt das Lipofilling den Umfang. Beide Verfahren zusammen ermöglichen ein ausgewogenes Verhältnis von Länge und Umfang und damit ein harmonischeres Gesamtergebnis. Ob eine Kombination sinnvoll ist, wird individuell im Beratungsgespräch festgelegt.
Ergebnisse und Beständigkeit
Ein wesentlicher Aspekt, den Patienten kennen sollten: Nicht das gesamte eingebrachte Fettvolumen bleibt dauerhaft bestehen. Ein Teil der Fettzellen wird vom Körper resorbiert; in der Literatur werden langfristige Anwachsraten von etwa 60 bis 80 Prozent beschrieben. Das endgültige Ergebnis ist daher erst einige Monate nach dem Eingriff beurteilbar, wenn das Fett vollständig angewachsen und stabil ist. In einzelnen Fällen kann eine zweite Sitzung sinnvoll sein, um das gewünschte Volumen zu erreichen – dies ist kein Zeichen eines Misserfolgs, sondern ein bekanntes Merkmal des Verfahrens.
Nachsorge
In den ersten Tagen nach dem Eingriff ist Schonung wichtig; Druck auf die behandelten Bereiche sollte vermieden werden, um das anwachsende Fettgewebe nicht zu beeinträchtigen. Leichte Schwellungen und Blutergüsse klingen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Sport und körperliche Belastung sind meist nach vier bis fünf Wochen wieder möglich. Die Wundpflege und regelmäßige Nachsorgetermine sind fester Bestandteil des Heilungsprozesses.
Abgrenzung zu anderen Methoden
Hyaluronsäure-Filler können ebenfalls zur Volumenvergrößerung eingesetzt werden, sind aber nur vorübergehend wirksam und müssen nach zwölf bis achtzehn Monaten erneuert werden. Zudem sind für den penilen Bereich spezifische Risiken dokumentiert. Feste Implantate bieten ein dauerhaftes Ergebnis, sind jedoch mit einem invasiveren Eingriff und einem höheren Komplikationsrisiko verbunden. Gegenüber beiden Alternativen bietet der Eigenfett-Transfer den Vorteil der biologischen Verträglichkeit bei vergleichsweise geringem Risikoprofil.
Dieser Inhalt dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar. Er ersetzt keinesfalls eine fachliche Untersuchung oder Behandlung durch eine(n) approbierte(n) Ärztin oder Arzt. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Unsicherheiten konsultieren Sie bitte immer eine medizinische Fachperson – insbesondere auch bei Fragen zur Intimchirurgie oder sexuellen Gesundheit.
4 Min. Lesezeit – Aktualisiert am 1. Juli 2026
Quellen & Literatur
- 1. Shaeer, O. et al.: Penile girth augmentation using flaps: a comprehensive review – Journal of Sexual Medicine
- 2. Campos, M.S. et al.: Autologous fat transfer for penile augmentation – publiziert in einschlägigen Fachzeitschriften der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie
- 3. EAU Guidelines on Sexual and Reproductive Health (aktuelle Fassung)
- 4. Coleman, S.R.: Structural Fat Grafting – grundlegendes Standardwerk zur Technik der autologen Fettgewebstransplantation

