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Ursachen der Induratio Penis Plastica und Diagnose

Warum entsteht eine Induratio Penis Plastica – und wie wird sie sicher diagnostiziert? Diese Seite erklärt den biologischen Mechanismus hinter der Erkrankung, welche Risikofaktoren bekannt sind und wie eine fundierte Diagnose bei UGRS abläuft.

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Wie entsteht eine Induratio Penis Plastica? – Der biologische Mechanismus

Die Induratio Penis Plastica ist nach aktuellem Verständnis eine Störung der Wundheilung im Bereich der Tunica albuginea – der elastischen Hülle, die die Schwellkörper des Penis umgibt.

Normalerweise heilen kleine Verletzungen oder Belastungen in diesem Gewebe ohne bleibende Folgen ab. Bei der IPP verläuft dieser Heilungsprozess anders: Es kommt zu einer überschießenden Narbenbildung. Das entstehende Narbengewebe – der sogenannte Plaque – ist deutlich weniger elastisch als gesundes Gewebe.

Warum dieser fehlerhafte Heilungsprozess bei manchen Männern auftritt und bei anderen nicht, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass mehrere Faktoren zusammenwirken – genetische Veranlagung, mechanische Belastung und möglicherweise entzündliche Prozesse im Gewebe.

Bekannte Risikofaktoren

Genetische Veranlagung

Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass eine familiäre Häufung der IPP existiert. Männer, deren Väter oder Brüder ebenfalls betroffen sind, haben ein erhöhtes Risiko. Ob man selbst eine genetische Disposition hat, ist vorab nicht sicher feststellbar.

Zusammenhang mit der Dupuytren-Kontraktur

Ein gut belegter Zusammenhang besteht zwischen der IPP und der Dupuytren-Kontraktur – einer Erkrankung der Handfläche, bei der sich das Bindegewebe verkürzt und Finger dauerhaft in eine Beugung zieht. Beide Erkrankungen beruhen auf einem ähnlichen Mechanismus der überschießenden Narbenbildung. Männer mit Dupuytren-Kontraktur haben ein deutlich erhöhtes IPP-Risiko.

Mikroverletzungen

Wiederholte kleine Verletzungen der Tunica albuginea – etwa durch bestimmte sexuelle Praktiken, intensive körperliche Aktivität oder Sport – können als Auslöser wirken. Ein einzelnes Ereignis reicht in den meisten Fällen nicht aus; es ist eher das wiederholte Zusammenspiel von Belastung und fehlerhafter Wundheilung.

Operative Eingriffe im Beckenbereich

Bestimmte Operationen – insbesondere radikale Prostatektomien – sind mit einem erhöhten IPP-Risiko assoziiert. Der genaue Mechanismus ist nicht abschließend geklärt; es wird vermutet, dass Eingriffe in die Nachbarstrukturen das Bindegewebe im Penisbereich beeinflussen können.

Stoffwechselerkrankungen

Diabetes mellitus und andere Stoffwechselerkrankungen, die die Durchblutung oder die Gewebereparatur beeinflussen, stehen ebenfalls in Zusammenhang mit einem erhöhten IPP-Risiko.

Kein erkennbarer Auslöser

Bei einem erheblichen Teil der Patienten lässt sich kein eindeutiger Risikofaktor oder Auslöser feststellen. Das ist keine Ausnahme, sondern häufig – und sollte keine Schuldgefühle verursachen. Die Erkrankung entsteht nicht durch ein bestimmtes Verhalten oder eine bestimmte Entscheidung.

Wie die Diagnose einer Induratio Penis Plastica abläuft

Eine fundierte Diagnose ist die Grundlage jeder Behandlungsentscheidung. Der Diagnoseprozess bei UGRS beginnt immer mit einem ausführlichen Gespräch – bevor irgendeine Untersuchung stattfindet.

Schritt 1: Das Anamnesegespräch

Im Gespräch erfassen wir gemeinsam:

  • Wann die ersten Veränderungen aufgetreten sind
  • Wie sich die Symptome entwickelt haben – besser, schlechter, stabil?
  • Ob und welche Schmerzen bestehen
  • Ob Erektionsprobleme vorliegen und in welchem Ausmaß
  • Wie stark die Erkrankung das Sexualleben und das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigt
  • Relevante Vorerkrankungen und frühere Eingriffe

Dieses Gespräch ist nicht nur medizinisch notwendig – es ist für viele Patienten auch eine erste Erleichterung. Viele sprechen zum ersten Mal offen über Beschwerden, die sie schon lange begleiten.

Schritt 2: Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung lassen sich Plaques in vielen Fällen bereits ertasten. Lage, Größe und Beschaffenheit der Verhärtungen geben wichtige Hinweise auf die Ausprägung der Erkrankung. Ergänzend fragen wir nach Fotos der Erektion, die der Patient vorab aufnehmen kann – ein einfaches, aber wertvolles diagnostisches Hilfsmittel zur Beurteilung der Verkrümmung.

Schritt 3: Ultraschalluntersuchung

Die Ultraschalluntersuchung des Penis ist das wichtigste ergänzende Diagnoseverfahren. Sie macht Plaques sichtbar, zeigt ihre genaue Lage und Ausdehnung und liefert Informationen, die beim Ertasten allein nicht erkennbar sind. Verkalkte Plaques sind im Ultraschall besonders gut darstellbar.

Schritt 4: Erweiterte Diagnostik bei Bedarf

Je nach individueller Situation können weitere Untersuchungen sinnvoll sein:

  • Doppler-Ultraschall zur Beurteilung der penilen Durchblutung – wichtig bei gleichzeitigen Erektionsstörungen
  • MRT in ausgewählten Fällen – etwa bei unklaren Befunden oder komplexen Verformungen
  • Diagnostik einer erektilen Dysfunktion – wenn neben der IPP auch eine Erektionsstörung vorliegt, beeinflusst das die Therapieentscheidung

Nicht jeder Patient benötigt alle Untersuchungen. Was sinnvoll ist, hängt immer von der individuellen Situation ab.

Was die Diagnose zeigt – und was nicht

Eine gute Diagnose beantwortet drei Kernfragen: Was liegt vor? Wie weit ist die Erkrankung fortgeschritten? Und welche Behandlung kommt in Betracht?

Was sie nicht leisten kann: eine sichere Vorhersage, wie sich die Erkrankung ohne Behandlung weiterentwickeln wird. Der Verlauf der IPP ist individuell – und lässt sich nicht allein aus Befunden ablesen.

Deshalb ist die Diagnose kein Endpunkt, sondern ein Ausgangspunkt. Sie gibt Ihnen die Grundlage, um gemeinsam mit einem erfahrenen Arzt die richtigen nächsten Schritte zu besprechen.

Häufige Fragen zu Ursachen und Diagnose

Nicht im eigentlichen Sinne. Die Erkrankung entsteht durch ein Zusammenwirken von genetischer Veranlagung und äußeren Einflüssen. Ein bestimmtes Verhalten verursacht die IPP nicht – auch wenn Mikroverletzungen als Mitauslöser diskutiert werden. Schuldgefühle sind nicht angebracht.

Eine vollständige Diagnose erfordert eine persönliche Untersuchung. Das Erstgespräch kann jedoch auch telefonisch oder per Videokonsultation stattfinden, um zunächst eine erste Einordnung zu erhalten und die nächsten Schritte zu besprechen.

Das Anamnesegespräch, die Untersuchung und eine Ultraschalldiagnostik lassen sich in einem Termin durchführen. Der Zeitaufwand beträgt in der Regel etwa ein bis zwei Stunden, je nach individueller Situation und den notwendigen Untersuchungen. Wir empfehlen, dass Patienten die Voruntersuchungen von ihrem örtlichen Arzt durchführen lassen. Zumindest diese Voruntersuchungen trägt dann die gesetzliche Krankenkasse oder die private Krankenversicherung im Fall von Basisverträgen und unterstützt so die Patienten.

Etliche niedergelassene Ärzte, Kliniken und Universitätskliniken überweisen Ihre Patienten zu uns. Das ist nicht zwingend notwendig. Aber eine präzise ausgefüllte Überweisung, zusammen mit den Ergebnissen von hochqualitativen Voruntersuchungen sind willkommen und unterstützen Ihre Behandlung. Bitte beachten: eine Überweisung bedeutet nicht, dass Ihre Krankenkasse die Kosten der Operation übernimmt.

Kostenfreie ärztliche Beratung

Wenn Sie Veränderungen bemerkt haben oder eine Diagnose suchen, sind wir Ihr Ansprechpartner – offen, diskret und ohne Verpflichtung.

Der erste Schritt ist keine Operation – sondern Klarheit.

Aktualisiert am 31. Juli 2026